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Keyword-Recherche aus der Praxis: Was drei Experten älteren Einsteigern raten

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Ich habe letzte Woche mit drei Leuten gesprochen, die seit Jahren mit Keyword-Recherche arbeiten. Alle drei sagten dasselbe: Die meisten Anfänger machen es sich unnötig schwer.

Martin Hofbauer betreibt seit 2015 eine kleine Agentur in Graz. Er meint, dass 80 Prozent der Recherche eigentlich gesunder Menschenverstand ist. Seine Kundin, eine 67-jährige Keramikerin, rankt mittlerweile für zwölf verschiedene Suchbegriffe auf der ersten Seite. Ihr Geheimnis? Sie hat einfach aufgeschrieben, welche Fragen ihr Kunden im Laden stellen. Dann hat sie genau diese Fragen als Überschriften für ihre Blogbeiträge verwendet.

Das klingt simpel, aber die Zahlen geben ihr recht. Hofbauer zeigte mir die Statistiken: Ihre Seite bekommt jetzt 340 Besucher pro Monat, vor einem Jahr waren es 12.

Dann sprach ich mit Dr. Elisabeth Gruber, die an der Wirtschaftsuniversität Wien digitales Marketing unterrichtet. Sie arbeitet gerade an einer Studie über Suchverhalten von Menschen über 60. Ihre vorläufigen Ergebnisse zeigen etwas Interessantes: Ältere Nutzer tippen längere, genauere Suchbegriffe ein. Nicht "Rückenschmerzen", sondern "was hilft gegen Rückenschmerzen beim Aufstehen morgens".

Das bedeutet konkret: Wer Inhalte für diese Altersgruppe erstellt, sollte sich auf diese ausführlichen Phrasen konzentrieren. Gruber nennt das "Long-Tail-Keywords", aber eigentlich geht es nur darum, vollständige Fragen zu beantworten.

Der dritte Gesprächspartner war Thomas Keller, 71, der vor drei Jahren einen Blog über Oldtimer-Restaurierung gestartet hat. Er verwendet keine teuren Tools. Stattdessen gibt er potenzielle Suchbegriffe direkt in Google ein und schaut, welche Vorschläge automatisch erscheinen. Diese Autovervollständigung basiert auf echten Suchanfragen. Kostet nichts, dauert fünf Minuten.

Keller schreibt dann Artikel zu genau diesen Themen. Sein erfolgreichster Beitrag behandelt "Rostlöcher an Chromstoßstangen ausbessern" – 89 Wörter in der Google-Suche, 2.400 Seitenaufrufe in vier Monaten.

Alle drei betonen denselben Punkt: Man braucht keine Zertifikate oder Kurse. Man muss verstehen, wie die eigene Zielgruppe nach Lösungen sucht. Hofbauer formuliert es so: "Keyword-Recherche ist übersetzen. Sie übersetzen das Fachchinesisch in Ihrer Branche in normale Sprache, die echte Menschen in Suchmaschinen eingeben."

Die Werkzeuge sind zweitrangig. Die Denkweise zählt.